Dateiformate von Fotos: Worauf muss man achten?

Die meisten Digitalkameras und Smartphones verwenden das JPG-Format, um die Bilddaten zu speichern. Das JPG-Format ist das am weitesten verbreitete Dateiformat für Bilddateien. Fast alle Computerprogramme können diese Dateien anzeigen und mit vielen kann man sie auch bearbeiten. JPG-Dateien findet man sowohl in der Druckerei als auch im Internet. Auch die meisten Präsentationsprogramme können JPG-Dateien verarbeiten.

Vor- und Nachteile von JPG

Jedes Bild muss für jedes Pixel (Picture Element) drei Werte für die Farben Rot, Grün und Blau speichern, damit es farbig angezeigt werden kann. Das kostet viel Speicherplatz. Beim JPG-Format werden farblich identische Bereiche zusammengefasst, sodass Speicherplatz gespart werden kann. Je mehr identische Farben vorhanden sind, desto kleiner wird die Datei. Beim Speichern der Bilder kann man darüber hinaus vorgeben, wie groß die „Ähnlichkeit“ der Farben sein sollen.

Je geringer die Speicherqualität, desto kleiner wird die Datei. Das hat natürlich den Vorteil, dass man viele Bilder auf einem Speichermedium unterbringen kann. Der Nachteil ist jedoch, dass bei dieser Kompression der Daten auch Daten verloren gehen, die nicht wiederhergestellt werden können. Man kann sagen, dass nach der Kompression einige Farbnuancen nicht mehr im Bild vorhanden sind.

Artefakte bei zu starker Komprimierung

Komprimiert man die Bilddateien zu stark, entstehen sogenannte Artefakte. Das sind Säume und Ränder um kontrastreiche Objekte im Bild. Im Internet fällt das oft nicht besonders auf, weil die Bilder sehr klein dargestellt werden. Im Druck können diese Artefakte aber sehr stören, sodass man sie nicht mehr verwenden kann.

Bildgrößen

Je nach Bildgröße, die die Kamera liefert, entstehen mehr oder weniger große Dateien. Ein JPG-Bild mit etwa 6 Megapixeln hat etwa eine Größe von 2 bis 3 Megabyte. Bei 12 Megapixeln sind es dann schon 4 bis 5 Megabyte. Große Spiegelreflexkameras mit Vollformatsensor liefern Bilder mit 9 bis 12 Megabyte. Vor ein paar Jahren wäre das noch ein Problem gewesen, weil Speichermedien klein und teuer waren. Übliche Festplattengrößen in neuen Computern lagen bei 200, 300 oder 500 Gigabyte. Wer dann ein paar hundert Bilder pro Monat produzierte, kam manchmal an die Kapazitätsgrenzen der Festplatte.

Heute werden Festplatten mit 1000 oder 2000 Gigabyte für unter 100€ verkauft. Es gibt Festplatten mit 3 Terabyte (3000 Gigabyte) im Handel. Auch die Speicherkarten, die in der Kamera Dienst tun, können immer mehr Daten aufnehmen. 32 oder 64 Gigabyte sind bei großen Kameras schon die Regel.

Farbtiefe: Bildrettung mit RAW

Ein Nachteil der JPG-Daten ist die geringe Farbtiefe von 8 Bit pro Kanal (Farbe, RGB). Damit lassen sich nur 256 Helligkeitsstufen speichern. Als Alternative zeichnen viele Digitalkameras ihre Bilder im s. g. RAW-Format auf. Dieses Format hat bis zu 16 Bit pro Kanal und kann so bis zu 65000 Helligkeitsstufen darstellen. Das eröffnet viele Möglichkeiten bei der Bildbearbeitung. Viele nicht ganz korrekt belichtete Bilder können noch „gerettet“ werden.

Windräder fotografiert im RAW-Format ©Bernd Kroeger

Starke Kontraste lassen sich besser anpassen, wenn man im RAW-Format fotografiert. ©Bernd Kroeger

RAW-Format: Vor- und Nachteile

Das RAW-Format ist leider nicht einheitlich, jeder Hersteller einer Kamera verwendet sein eigenes Format, das mit den Formaten anderer Hersteller inkompatibel ist. Das gibt Probleme bei der Bildbearbeitung. Ältere Programme können neuere RAW-Formate nicht lesen. Trotzdem bietet das RAW-Format so viele Vorteile bei der Bildbearbeitung, dass es sich lohnt, es zu verwenden. Um das Wirrwarr der RAW-Formate zu beseitigen, hat die Firma Adobe das s. g. DNG-Format erfunden. Dabei handelt es sich um ein einheitliches RAW-Format, in das alle anderen Formate umgerechnet werden können. Dafür gibt es ein kleines Programm, das man sich von der Homepage von Adobe herunterladen kann. Der DNG-Converter ist kostenlos. Nachdem die Dateien in das DNG-Format umgewandelt sind, kann man sie in allen Adobe-Programmen verwenden.

Fazit

Das JPG-Format reicht für die meisten Anwendungen, die man als Hobbyfotograf hat, aus. Es lässt sich einfach verarbeiten und spart Speicherplatz. Wenn man es immer in höchster Qualität speichert, gehen auch keine Bildinformationen verloren. Das RAW-Format ist für den erfahrenen Fotografen die bessere Wahl, weil man bei grenzwertigen Lichtverhältnissen noch viel aus den Bildern „herausholen“ kann. Wandelt man die Bilder in das DNG-Format, gibt es auch keine Kompatibilitätsprobleme mehr.

6 comments

  1. K

    „Wie ist das jetzt: „Wandelt man die Bilder in das DNG-Format, gibt es auch keine Kompatibilitätsprobleme mehr.“ bei der Verwendung in Fotobüchern? Es geht um ovales Passepartout.

    1. B

      Hallo, Sie können sich bei der Aufnahme Ihrer Fotos zwischen dem RAW-Format und dem JPG-Format entscheiden. Bei der Gestaltung von Ihrem CEWE FOTOBUCH empfehlen wir Ihnen definitiv, Bilder im JPG-Format zu verwenden. Konnte das Ihre Frage klären? 🙂
      LG Ben

  2. M

    Hallo Ben, ich war auch auf der Suche welche Datei-Formate das CEWE Programm unterstützt.
    Aber deine Antwort hat mich nicht so Befriedigt. Wird Tiff und DNG unterstützt oder nicht.

    1. B

      Hallo Herr Schneider,
      Danke für das Feedback! Generell werden .Tif Daten unterstützt, jegliche Dateien im RAW-Format jedoch nicht (DNG, RAW, ARW, etc.).
      Persönlich würde ich jedoch immer zu .JPG Dateien raten, aus dem einfachen Grund, da diese viel kleiner sind und sich dadurch meist die Software und der PC leichter tun.
      Ich hoffe ich habe damit Ihre Frage beantwortet,
      LG Ben

  3. J

    Viele meiner Fotos werden als PNG automatisch abgespeichert. Kann ich diese auch im Fotobuch verwenden?

    1. F

      Hallo Jessica,
      Fotos im PNG-Format kannst du ohne Probleme für dein Fotobuch verwenden.
      Eine Übersicht, welche Foto-Dateiformate du mit unserer Software verwenden kannst, findest du hier: https://www.cewe-fotobuch.at/blog/einfach-gestalten/softwaretipp/foto-dateiformate-fuer-cewe-fotoprodukte/

      Wir wünschen dir viel Spaß beim Gestalten.

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