6 Tipps für gelungene Nachtaufnahmen

Ein besonderer Bereich der Fotografie sind Nachtaufnahmen und das Fotografieren im Dunkeln. Sie sind aber auch eine Herausforderung für die meisten Hobbyfotografen, denn es gibt dabei einiges zu beachten. Wir geben Ihnen Tipps zu den richtigen Einstellungen für Ihre Nachtaufnahmen. Dabei legen wir den Fokus auf Motive, die sich nicht bewegen. Es geht also um Nachtaufnahmen der Architektur in der Stadt.

1. Angestrahlte Gebäude fotografieren

Viele Hauptstädte verfügen über lohnende Motive in der Nacht. Die schönsten Gebäude werden oft nachts angestrahlt, das macht sie interessant für Nachtaufnahmen. Unsere Kameras sind nicht für das Fotografieren im Dunkeln vorbereitet. Sie sind so eingestellt, dass sie versuchen, taghelle Bilder zu erzeugen. So ist der Belichtungsmesser geeicht und die Kamera versucht immer gleich helle Bilder zu erzeugen. Das geht aber in der Dunkelheit daneben. Das Ergebnis sind zu helle Bilder. In zu heller Umgebung, wie beispielsweise im Schnee oder am Strand, werden die Bilder dagegen häufig zu dunkel, so dass man dort eine Überbelichtung einstellen muss. Um den Fehler der Kamera bei Dunkelheit auszugleichen, müssen wir bei der Belichtungskorrektur eine Unterbelichtung einstellen. Man muss der Kamera quasi mitteilen, dass es dunkel ist.

Nachtaufnahmen: Beleuchtete Gebäude fotografieren © Bernd Kröger

Angestrahlte Gebäude in der Stadt sind immer ein interessantes Motiv. © Bernd Kröger

2. Das Histogramm nutzen

Ob ein Bild in der Helligkeit in etwa mit der Realität übereinstimmt oder nicht, kann man am besten mithilfe des Histogramms der Kamera erkennen. Bei Nachtaufnahmen liegt der Schwerpunkt natürlich bei den dunklen Bereichen, also auf der linken Seite des Histogramms. Aber es sollten auch Werte auf der rechten, der hellen Seite erscheinen, schließlich wird es auch bei Nachtaufnahmen Bildteile geben, die nahezu weiß sind. Dies können beispielsweise Lichtquellen an Gebäuden sein oder vorbeifahrende Autos auf Straßen.

Nachtaufnahme mit weißten Stellen © Bernd Kröger

Auch in sehr dunklen Bildern gibt es weiße Stellen. © Bernd Kröger

3. Kameraeinstellungen für Nachtaufnahmen

Bei Nachtaufnahmen in der Stadt braucht man in jedem Fall ein Stativ. Damit man mit langen Belichtungszeiten arbeiten kann, statt die ISO-Einstellung zu erhöhen. Eine hohe ISO-Einstellung führt immer zu Bildrauschen und Unschärfe im Bild. Man fotografiert also mit einer möglichst geringen ISO-Zahl und einer langen Belichtungszeit. Wie lang die Belichtungszeit ausfällt, ergibt sich aus der Blendeneinstellung. Bei der Architekturfotografie möchte man in der Regel alles scharf abbilden. Daher sollte man höhere Blendenwerte zwischen Blende f/8 und f/16 wählen. Man sollte jedoch beachten, dass sich der Kamerasensor bei langen Belichtungszeiten erwärmt. Dies kann, trotz niedriger ISO-Einstellung ebenfalls zu Bildrauschen führen.

Als Belichtungsprogramm wählt man am besten die Blendenvorwahl oder -automatik. Denn den Wert der Blende möchte man selbst einstellen. Die Belichtungszeit berechnet die Kamera dann selbst. Meist liegt sie zwischen einer und dreißig Sekunden.

Ist man mit dem erzeugten Bild nicht zufrieden, kann man die Kamera in den Manuellen Modus versetzen, indem man das Programmwahlrad auf „M“ stellt. Bei kleineren Kameras muss man das Programm ggf. In einem Menü einstellen. In diesen Modus können Blende, Belichtungszeit und ISO-Wert frei eingestellt werden. Für gelungen Nachtaufnahmen sollte man mit verschiedenen Einstellungen experimentieren, bis eine zufriedenstellende Aufnahme im Kasten ist.

4. Hilfsmittel für das Fotografieren im Dunkeln

Neben dem Stativ sollte man auch einen Fernauslöser einsetzen, um Verwackelungen zu vermeiden. Ob es sich dabei um einen Kabel-Fernauslöser handelt, oder um einen Funk-Fernauslöser spielt dabei keine Rolle. Hat man keinen Fernauslöser zur Verfügung, kann man bei der Kamera die Selbstauslöser-Funktion einsetzen. Bei manchen Kameras hat man die Wahl zwischen 2 s und 10 s. Zwei Sekunden reichen aus, um die Schwingungen der Kamera nach dem Druck auf den Auslöser abklingen zu lassen. Moderne Spiegelrefelxkameras bieten zudem die Möglichkeit der Spiegelvorauslösung. Dabei klappt der Spiegel vor dem eigentlichen Auslösen der Kamera hoch. Mit dieser Funktinon können auch kleinste Verwacklungen vermieden werden.

5. Unscharfe Passanten in Nachtaufnahmen

Durch die lange Belichtungszeit, beim Fotografieren im Dunkeln, werden Passanten, die zufällig durch das Bild laufen entweder sehr unscharf oder gar nicht abgebildet. Bei einer Belichtungszeit von annähernd 30 Sekunden gibt es kaum noch Personen, die als solche erkennbar sind. Manchmal erhält man auch „Geisterbilder“, wenn z. B. Eine Person mehrere Sekunden auf einer Stelle stehen bleibt und dann weiter geht. Die Silhouette der Person erscheint dann durchsichtig.

6. Zur blauen Stunde fotografieren

Besonders schöne Nachtaufnahmen gelingen während der sogenannten Blauen Stunde. Die ist ein bestimmter Zeitraum nach Sonnenuntergang am Abend oder vor Sonnenaufgang am Morgen. Dabei erreicht das Licht der Sonne kein Objekt mehr direkt, aber der Himmel ist noch so hell, dass sein blaues Licht die Bilder einfärbt. Daher der Begriff „blaue Stunde“. Zu dieser Zeit haben aber die meisten Bewohner schon das Licht eingeschaltet, sodass die Fenster erleuchtet sind. Dies ergibt einen schönen farblichen Kontrast und erzeugt teilweise eine mystische Stimmung. Besonders in der Stadt können so beeindruckende und schöne Fotos entstehen.

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