Interview mit Hans Lahodny – Kategoriesieger Hobby und Freizeit des CEWE Photo Award 2021

Die Aufnahme „Rotes Bild“ von Hans Lahodny wurde von der Jury des CEWE Photo Award 2021 zum Sieger in der Kategorie Hobby und Freizeit gekürt. Wir stellen Ihnen Herrn Lahodny und die Geschichte hinter dieser Aufnahme im Interview vor.

CEWE: „Welche Bedeutung hat der CEWE Photo Award für Sie?“

Lahodny: „Bis dato hatte er gar keine Bedeutung. Ich habe vor 2 Jahren einmal mitgemacht und das war – wie zu erwarten – nichts und hab dann den Wettbewerb nicht mehr beachtet. Ich mag die Fotobücher von CEWE, weil die Qualität wirklich gut ist und es schnell und einfach zu machen ist.

Ein Kollege aus dem Fotoclub hat mir den CEWE Photo Award wieder empfohlen, weil es da Punkte für die österreichischen Foto-Amateure zu gewinnen gibt. Nachdem ich das erste Mal Teil genommen habe, habe ich den Wettbewerb fast vergessen. Jetzt bin ich durch das ganze Schreiben und die Begutachtung der Jury etc. darauf gekommen, dass der Wettbewerb doch gar nicht so schlecht ist. Es ist eigentlich was Gescheites und für mich war’s vorher so „joa“.“

CEWE: „Wie haben Sie sich gefühlt als Sie ausgewählt worden sind? Haben Sie es glauben können?“

Lahodny: „Beim ersten Schreiben dachte ich mir: „Ja ok, fein. Ist halt ein Foto angenommen worden.“ Beim zweiten Schreiben dann: „Ok, was heißt das jetzt überhaupt genau?“ Dann habe ich mir die Homepage angeschaut und festgestellt, dass es zehn Kategorien gibt und das ist ja schon was. Dann habe ich gesehen, dass es auch Sachpreise gibt. Da dachte ich: „Schön, endlich zahlt sich mal was aus“. Es ist natürlich schön, wenn deine Fotos bei einem breiten Publikum ankommen. Das war schon die erste Überraschung, als ich gesehen habe, wie gut die Teilnehmerfotos sind. Das hat mich sehr gefreut und stolz kann man da schon sein.“

Sieger in der Kategorie Hobby und Freizeit Hans Lahodny.

CEWE: „Wir haben den Fotowettbewerb dieses Jahr unter das Motto „Our world is beautiful“ gestellt. Hat Sie dieses Motto inspiriert?“

Lahodny: „Ist an mir vorbei gegangen. War eine nette Idee. War auch toll, wenn ich es Revue passieren lasse, die ganzen schönen Einsendungen zu sehen, aber es war für mich nicht ausschlaggebend.“

CEWE: „Lassen Sie uns auf das Kategoriesieger-Foto eingehen. Wie kam es eigentlich dazu?“

Lahodny: „Wir gehen relativ häufig in Museen. Das Ganze war in Hamburg in den Deichtorhallen. Und inzwischen ist es relativ kompliziert Drittfotos aufzunehmen, weil man direkt Probleme mit den Leuten bekommt. Im Museum geht das noch einigermaßen, weil man die Leute im Hintergrund vom Rücken her aufnehmen kann. In dem Fall war es spannend, weil der Pullover meiner Frau farblich zum Hintergrund passt und wenn man sich das Foto dann genauer anschaut, fällt auch auf, dass die Schattierungen sehr gut passen. Das war eine Serie von vier oder fünf Fotos und das war eben das Beste, weil einfach alles passt. Ansonsten ist es halt spannend in Museen Personen in Kontext zu den Objekten zu stellen. Für mich war also die Farbe und die Struktur im Foto ausschlaggebend.“

Das Siegerfoto der Kategorie Hobby und Freizeit mit dem Titel „Rotes Bild“

CEWE: „Und was ist aus den anderen vier Fotos aus der Serie geworden? Haben Sie diese auch eingereicht? Wieso haben Sie sich für dieses entschieden?“

Lahodny: „Nein, die habe ich nicht eingereicht. Das ist aus den vier das Beste. Da stimmt alles. Von der Perspektive, der Farbe, der Schattierung etc.“

CEWE: „Und war das Foto so vorher geplant?“

Lahodny: „Nein, das ist ungeplant. Meine Frau wusste das gar nicht. Von dem Museum haben wir sogar noch eins eingeschickt. Das sind alles intuitive Geschichten. Es reizt mich einfach die Personen in Kontext zu den Bildern zu stellen.“

CEWE: „Was ist für Sie das absolute Highlight in dem Foto?“

Lahodny: „Das halt alles passt. Es passen die Formen. Es passt die Struktur. Es ist eine Diagonale drin. Es ist gefühlt viel von der Kompositionslehre drin. Aber für mich sind das Highlight die Farben und der Faltenwurf.“

CEWE: „Welches Equipment haben Sie dafür verwendet?“

Lahodny: „Das war eine Olympus PEN-F. Also ganz was Billiges – im Gegensatz zu anderen Dingen, die wir haben. Ich habe mir die Kamera zugelegt, weil wir 14 Tage herumgegangen sind und da sind diese leichten Modelle, wie die Olympus oder die Fuji, einfach praktischer.“

CEWE: „Was ist denn Ihre Lieblingskamera?“

Lahodny: „Ja, das ist in Wien bei der Uno City im 22. Bezirk. Da bin ich dann einfach fotografieren gegangen. Das ist schon ein Unterschied. Weil die Architektur mich da auch ziemlich stark fasziniert und da gibt’s dann bestimmte Stunden, zu denen ich besonders gerne gehe.“

CEWE: „Was ist die Geschichte hinter dem Bild „Break“?“

Lahodny: „Das war die letzte Reise vor Covid. Jänner oder Februar 2020. Da hat aus meiner Sicht wieder alles gepasst. Das blau im Hintergrund. Es ist für mich ein typisches Bild von Indien. Ich weiß gar nicht mehr, wo das genau war. Man kriegt da unten so vielfältige Eindrücke, da müsste ich in mein Fotobuch schauen. Es war nicht im Taj Mahal, das kann ich ausschließen. Da hat es 35 Grad gehabt, da merkt man die schwere Ausrüstung natürlich schon. Das Bild ist aus der Situation entstanden, nicht nur ich wollte sie Fotografieren, sondern auch andere. Das hat sie gemerkt und sich den Sari über das Gesicht gezogen und sich hingesetzt. Da dachte ich mir „Ok passt, ist auch schön“. Aus meiner Sicht passen hier die Stimmung und die Farben wieder gut zusammen. Man könnte jetzt natürlich die obere Leiste wegschneiden oder die Belichtung verändern, aber über gewisse Dinge kann man immer streiten. Da kann man sich nicht einig werden. Irgendwann kommt der Moment da muss man sagen „So. Das Bild ist es jetzt. Fertig.““

Eine Aufnahme mit dem Title „Break“ von Hans Lahodny.

CEWE: Wenn Sie mit Ihrer Kamera unterwegs sind, wissen Sie da schon im Vorhinein wo Sie hingehen?“

Lahodny: „Bei diesen Dingen schon. Wenn ich in Wien fotografieren möchte, dann weiß ich vorher schon, wo ich hin möchte. Was anderes ist es im Urlaub. Da muss man schauen, was auf dem Programm steht, was die anderen sehen wollen, wie es mit den Zeiten passt. In einem Museum muss man halt warten bis sich ein gutes Motiv ergibt, wenn einem ein bestimmtes Bild von z.B. Keith Haring gefällt. Letztes Mal in der Albertina habe ich lange gewartet bis zwei Frauen in grün vorbeikamen. Aber dafür hat man natürlich selten die Zeit. Da muss man Glück haben, dass die Farben passen, der Hintergrund in dem Moment passt etc.“

CEWE: „Beschäftigt Sie das Thema Fotografie schon lange?“

Lahodny: „Ich habe Mitte der 60er angefangen und bin zu einem Fotoclub gegangen. Damals noch mit Filmen. Das war noch ein ganz anderes Fotografieren. Heute drückt man fünfmal ab und wirft alle weg, damals hat man fünfmal abgedrückt und der Film war aus. Die Herangehensweise hat sich komplett verändert. Früher war das Entwickeln der Filme ja auch was ganz anderes. Digital ist das fast gar kein Problem mehr. Früher musste man den Film entwickeln, irgendwo hinbringen, dann muss man Papier holen, brauchte eine Dunkelkammer etc. Das einzige was man heute braucht, ist ein PC. Und selbst den braucht man nicht wirklich, weil man auch alles auf Speicherkarten laden kann.

Ich bin dann in den 80ern berufsbedingt in die Steiermark gezogen und habe mit dem Fotografieren aufgehört. 2014/15 habe ich dann wieder angefangen, bin auch wieder in einen Club gegangen. Wir sind im Club dreimal Vereinsstaatsmeister geworden in schwarz-weiß. Ich bin Staatsmeister in Farbe geworden im letzten Jahr. Ist hervorragend gelaufen für mich.“

CEWE: „Wie haben Sie sich das Fotografieren angeeignet?“

Lahodny: „Man hat probiert. Man hat aus Illustrierten gute Fotos gesehen. Dann gabs noch den Film Blow up von Antonioni, der auch einen gewissen Teil dazu beigetragen hat, dass das interessant geworden ist. Und sicher gab es damals Zeitschriften, wie das „Time Life Magazine“, die mich stark inspiriert haben. Die haben das Medium Fotografie irgendwie interessant gemacht. Man konnte sich über Fotos ausdrücken, aber der Club hat das ganze erst spannend gemacht. Man kann sich austauschen, was lernen, sich gegenseitig helfen etc. Der Austausch ist sicher besser, als wenn man das Ganze ganz alleine für sich zuhause macht. Das ist auch nett, wenn man schöne Bücher zusammenbringt, aber für einen Fotografen ist der Austausch am wichtigsten.“

CEWE: „Was waren denn in den letzten Jahren die fünf schönsten Ereignisse? Sie sind österreichischer Staatsmeister, jetzt der CEWE Photo Award Kategoriesieg.“

Lahodny: „Naja, das reicht eigentlich schon. Es kommt immer auf die Tagesverfassung der Jury an. Ob man 28, 29 oder 30 Punkte bekommt, ist am Ende des Tages Glückssache. Die Bilder müssen ganz einfach gut sein. Man sollte einfach an dem, was man produziert, Freude haben. Es gibt sogar Bilder, die hänge ich bei mir zuhause auf.“

CEWE: „Was sind denn besondere Momente beim Fotografieren? Da haben Sie sicher schon viel erlebt. Gibt es irgendwas besonders Emotionales oder Außergewöhnliches, das Sie mal geschossen haben?“

Lahodny: „Oh ja, es gab einmal ein Bild, das ich im Spital gemacht habe. Das war sogar mit dem Handy während der Corona Zeit. Ich finde, dass es eins meiner besten Fotos ist. Das ist auch international ziemlich gut angekommen. Da sieht man zwei Personen. Einer im Krankenhaus-Kleid und einer steht vorm Fenster und macht gerade Mittagspause. Und ich war halt der Dritte im Zimmer.

Zuhause habe ich ein Foto von meiner Frau hängen. Da waren wir in Dänemark vor der Oper. Das ist auch ziemlich gut in Österreich angekommen. Das ist auch sehr emotional für mich.“

CEWE: „Was würden Sie Anfängern in der Fotografie raten?“

Lahodny: „Einem muss immer klar sein, was man tut. Wenn einen nur Handyfotografie interessiert, mal Selfies ausgenommen, kann man damit auch schöne Fotos machen. Es ist immer die Frage: Was möchte ich erreichen? Wie viel Zeit möchte ich investieren? Und wie viel Geld möchte ich investieren?  Man kann auch mit einem Handy in den Fotoclub gehen. Das ist allerdings etwas schwerer, weil man am Handy schwer solche Tipps umsetzen kann, die zum Beispiel mit Blendenöffnungszeit zu tun haben. Aber Bildbesprechungen machen und über die Bilder am Handy reden, kann man schon. Prinzipiell ist es inzwischen schwer, Menschen zu fotografieren, wegen der rechtlichen Situation. Möchte man Architektur fotografieren, wird das Equipment schon wieder relativ teuer. Möchte man bessere Urlaubsfotos machen, dann gibt’s so viele Kameras im A bis C Sektor – das ist eine Geschmackssache. Die Kamera muss passen. Das Objektiv muss passen. Der Preis muss passen. Meiner Meinung nach ist eins der wichtigsten Kriterien, wenn man sich ernsthaft mit dem Thema befassen will, in einen Fotoclub zu gehen. Auch wenn es nur für sechs Monate oder ein Jahr ist.“

CEWE: „Wie viel Zeit verbringen Sie denn ungefähr mit dem Thema?“

Lahodny: „Jetzt wieder weniger, aber wenn dann Winter ist, wird’s wieder mehr. Das können dann schon zwei bis drei Stunden am Tag sein. Wie gesagt, das ist heutzutage ganz anders. In so einem Urlaub, wie in Indien, kommen schon so 3.000 Fotos zusammen. Von denen sind wahrscheinlich 2.900 zum Wegschmeißen, aber man muss Sie halt durchschauen. Es ist ja nicht nur die Zeit beim Fotografieren selbst. Wenn man zwei bis drei Stunden fotografieren geht, dann ist man schon ausgepowert. Nach der Zeit sieht man nichts mehr. Da sieht man kein Motiv mehr. Dann ändert sich das Licht. Viele sagen „Bei dem Licht kann man nicht fotografieren“. Das kommt wieder ganz darauf an, was man fotografieren möchte. Jetzt bei dem Sonnenschein sind Architekturfotos wirklich gut, da fängt man gut die Struktur ein. Andererseits sind Porträts oder Landschaftaufnahmen bei dem Licht nicht so gut. Jedes Genre hat sein eigenes Licht. Dann braucht man natürlich auch die Zeit, um die Fotos ein bisschen nachzubearbeiten. Das gehört schon dazu. Die Bilder dann zu sichten, welche kommen weiter, welche nicht – das nimmt schon einiges an Zeit in Anspruch.“

CEWE: „Was für eine Bedeutung hat es für Sie ein gedrucktes Bild in den Händen zu halten?“

Lahodny: „Der Vorteil ist, dass man es aufhängen kann. Das hat schon etwas. Man kann einen Rahmen kaufen, das Bild reingeben und aufhängen. Das heißt gute Bilder kann man auch dementsprechend groß drucken lassen. Das hat einen gewissen Reiz. Das gedruckte Bild hat natürlich auch den Vorteil, dass ich doch relativ große Bilder habe die kompakt zusammengebunden sind, wenn ich ein Fotobuch mache. Mehrere Leute können sich das gleichzeitig anschauen. Kann man am Handy zwar auch, aber da sind die Bilder sehr klein. Also der Druck hat schon einen gewissen Vorteil und Sinn. Früher hat man DIA´s geschaut. Jetzt ist alles durchs Digitale ersetzt, aber ich finde gedruckte Bilder immer noch gut und wichtig.“

CEWE: Wissen Sie schon, was Sie mit der Fotoausrüstung machen? Wo sie zum Einsatz kommen wird?“

Lahodny: „Nein, darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Aber die Wertgutscheine werde ich auf jeden Fall einlösen, wenn man wieder reisen kann. Und sonst muss ich noch ein, zwei Bücher machen. Berlin und Hamburg habe ich noch gar nicht gemacht.

Wir bedanken uns bei Herrn Lahodny für das ausführliche Gespräch. Das Siegerbild von Herrn Lahodny sowie die weiteren Kategoriesieger können Sie auf der Website des CEWE Photo Award bewundern.

Schreiben Sie einen Kommentar