Fototipps
Abstrakte Fotografie: Die Welt neu sehen
Lassen Sie sich inspirieren und lernen Sie neue Blickwinkel kennen. Wir zeigen Ihnen die Welt der abstrakten Fotografie inklusive passender Tipps.
Abstrakte Fotografie lädt Sie ein, die Welt nicht nur abzubilden, sondern sie neu zu entdecken. Bei abstrakten Fotos steht die Wirkung im Vordergrund: Farbe, Licht, Struktur und Rhythmus. Genau das macht diese Art der Fotografie so faszinierend. Sie eröffnet Freiraum für eigene Gedanken, Gefühle und Interpretationen – und jedes Motiv kann bei unterschiedlichen Menschen etwas anderes auslösen.
In diesem Artikel geben wir Ihnen einen Einblick in die Welt der abstrakten Fotografie samt passender Motivideen, Beispielen aus dem CEWE Photo Award 2025 und konkreten Techniken zur Umsetzung, die Sie sofort ausprobieren können. Erfahren Sie mehr zu
- Was ist abstrakte Fotografie?: Lernen Sie wie sich abstrakte Fotografie definiert und was sich von anderen Genres abhebt.
- Motive für abstrakte Fotos: Was machen Motive in abstrakten Fotos aus. Wir geben Ihnen Motivideen.
- Techniken & Methoden: Erfahren Sie, wie Sie Ihre eigenen abstrakten Fotos gestalten und ablichten.
Was ist abstrakte Fotografie?
Abstrakte Fotografie ist ein Genre der Fotografie, bei der das Motiv nicht eindeutig im Mittelpunkt steht. Es geht bei abstrakten Fotos weniger um das „Was“ und stärker um das „Wie“. Sie zeigen zum Beispiel nicht ein komplettes Motiv, wie eine ganze Blume, sondern nur die geschwungene Linie eines Blütenblatts. Oder Sie fotografieren eine Hauswand oder Fassade nicht als Bestandteil des Gebäudes, sondern als Zusammenspiel aus Strukturen, Schatten und Farbtönen.
Im Vergleich zu anderen fotografischen Genres wie Portraitfotografie, Landschafts- oder Streetfotografie arbeitet die abstrakte Fotografie stärker mit Reduktion und Abstraktion. Der Kontext eines Motivs wird bewusst reduziert oder entfernt. Dadurch rücken Formen, Farben, Linien und Strukturen stärker in den Fokus. Ein Geländer wird zur Linie. Eine Wasseroberfläche wird zum Muster. Ein Stück Rost wird zur Farbkomposition. Abstrakte Fotos lassen Interpretationen zu. Sie müssen nicht alles erklären. Das Bild darf offen sein. Dadurch erzielt es seine Wirkung.
Motive & Motivideen für abstrakte Fotos
Motive für Abstrakte Fotos können Sie an vielen Stellen finden. In der Natur, in der Stadt, im Alltag oder auf Reisen und zu jeder Tageszeit. Sie brauchen vor allem Aufmerksamkeit und den Mut bewusst auf Bildelemente zu verzichten.
Abstrakte Fotografie in der Natur
In der Natur bieten Wasser, Eis, Pflanzen, Tiere und sogar Steine unzählige Strukturen, die sich als Motive für abstrakte Fotos eigenen. Fotografieren Sie zum Beispiel einen Bachlauf mit längeren Belichtungszeiten, damit das fließende Wasser samtig weiche Formen annimmt. Oder widmen Sie sich Wellen von oben, sodass die Wasseroberfläche wie ein grafisches Muster wirkt. Suchen Sie nach kleinen Details. Ein Blatt im Gegenlicht zeigt plötzlich ein Netz aus Linien. Eis mit feinen Rissen kann wie eine Landkarte aussehen. Oder halten Sie Ausschau nach Strukturen in einem von Trockenheit gezeichnetem Boden. Mittels Techniken der Makrofotografie können wundervolle abstrakte Motive entstehen.
Ebenso wie der genaue, nahe Blick auf Details kann eine weite, erhöhte Perspektive abstrakte Motive erzeugen. Mit modernen Drohnen und der Drohnenfotografie ist es möglich komplett neue Perspektive einzunehmen. Der senkrechte Blick hinab auf die Welt lässt sich in einem neuen, abstrakten Licht erscheinen. Formen, Muster und Farben werden sichtbar.
Abstrakte Motive in der Stadt finden
Unsere Städte zeichnen sich vielfältige Architektur aus. Klassisch und verspielt oder modern und minimalistisch. Die Architektur in Städten ist eine hervorragende Quelle für abstrakte Fotomotive. Fassaden mit wiederholten Fenstern, Treppen mit klaren Formen oder Schattenwürfe bei Sonne liefern starke, kraftvolle Bildkompositionen. Ein praktischer Tipp: Gehen Sie so nah heran, dass Himmel und Boden aus dem Bild verschwinden. Vermeiden Sie Ablenkung im Bild und setzen Sie den Fokus auf Formen und Lichtspiele. So entsteht eine Komposition aus Flächen, Kanten und Rhythmus.
Das Abstrakte im Alltag
Ungewohnte und neue Blickwinkel sind ein wichtiger Bestandteil der abstrakten Fotografie. So werden Alltagsgegenstände zum Fotomotiv. Ein Wasserglas am Fenster bricht das Licht und erzeugt abstrakte Formen. Zerknitterte Alufolie wird zu einer Landschaft aus Licht und Schatten. Selbst ein Regal mit Konservendosen wird zum abstrakten Motiv.
Zusätzlich können Sie Abstraktion über Unschärfe, Bewegung und Perspektive erzeugen. Wenn Sie bewusst mit leichter Unschärfe arbeiten, entsteht ein weicher, malerischer Eindruck. Mit Bewegung – etwa bei Lichtern am Abend oder bei schwingenden Pflanzen im Wind – erhalten Sie dynamische Linien. Und oft reicht schon ein Perspektivwechsel: einmal ganz nah, einmal von oben, einmal von unten.
Techniken & Methoden für die abstrakte Fotografie
Zum Erstellen von abstrakten Fotos eignen sich sowohl eine professionelle Kameraausrüstung als auch das Smartphone. Denn auch mit dem Smartphone es möglich abstrakte Motive zu kreieren. Bei der abstrakten Fotografie steht Intuition und Intention vor technischer Perfektion.
Über den Bildausschnitt Abstraktion erzeugen
Eine der einfachsten Methoden für abstrakte Fotos ist die bewusste Wahl des Bildausschnitts. Gehen Sie näher heran. Nah- und Makrofotografie helfen dabei, den Kontext automatisch zu reduzieren oder komplett auszublenden. Fotografieren Sie zum Beispiel die Oberflächen und Strukturen in der Natur beispielsweise Baumrinde oder Muster in den Fellen von Tieren. Solche Motive werden durch die Nähe zu reinen Texturen und Mustern. Nutzen Sie wenn möglich eine Teleobjektiv an Ihrer Kamera oder in Ihrem Smartphone, um auch bei entfernteren Motiven den Bildausschnitt passend zu wählen.
Ein weiterer Aspekt ist die bewusste Auswahl von Details, Ausschnitten und Spiegelungen. Statt „alles“ zu zeigen, wählen Sie einen Teil, der grafisch wirkt. Ein Beispiel: Fotografieren Sie nur die Spiegelung eines Objekts in einer Pfütze auf dem Boden. Nutzen Sie Spiegelungen um zwei Ebenen zu mischen – Realität und Reflexion.
Die Kameraeinstellungen als Gestaltungsmittel
Ein weiteres Gestaltungsmittel für abstrakte Fotografie sind die gewählten Kameraeinstellungen. Mit der Belichtungszeit steuern Sie, ob Bewegungen eingefroren werden, verschwommen als Spur dargestellt werden. Dabei können Sie sich bewegende Objekte als Motiv wählen oder die Kamera während der Belichtung bewusst bewegen, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Über den Fokuspunkt entscheiden Sie, welcher Bereich scharf ist oder ob das Motiv bewusst weich oder unscharf abgebildet wird. Und mit der Blende beeinflussen Sie, wie stark der Hintergrund verschwimmt.
Abstrakte Fotos entstehen in einem kreativen Prozess
Das bewusste Sehen ist ein wichtiger Bestandteil in der Fotografie generell und besonders bei abstrakten Motiven. Eine gute Übung dafür ist es die Perspektive zu wechseln. Fotografieren Sie ein Motiv einmal aus Augenhöhe, dann von ganz unten, dann von oben. Gehen Sie näher an das Motiv heran, bis das es kaum mehr zu erkennen ist. Manchmal entsteht das beste Bild genau dann, wenn Sie nicht das Offensichtliche fotografieren, sondern die Details am Rand. Zudem können Sie Ihre Sichtweise auf Motive schulen, in dem Sie Festbrennweiten verwenden oder sich bei Verwendung eines Zoom-Objektivs eine feste Brennweite festlegen.
Genauso wichtig wie das bewusste Sehen ist Experimentierfreude. Abstrakte Fotografie lebt davon, dass Sie Varianten ausprobieren: ein Schritt nach links, ein anderer Ausschnitt, eine leichte Kamerabewegung, ein Foto durch Glas oder durch eine transparente Folie. So entdecken Sie Effekte, die Sie später gezielt einsetzen können.
Dabei lohnt es sich, auf die herrschende Stimmung zu achten. Möchten Sie Ruhe zeigen, helfen weiche Übergänge und reduzierte Farben. Soll es energiereich wirken, unterstützen harte Kontraste und diagonale Linien. Wenn Sie beim Fotografieren schon auf diese Wirkung achten, werden Ihre Ergebnisse eine bestimmte Intention in sich tragen.
Zeigen Sie uns Ihre abstrakten Welten
Abstrakte Fotografie ist eine kreative Ausdrucksform, die einen anderen Blick auf unsere Welt zeigt. Durch abstrakte Fotos entstehen eigene kleine Welten, die beinahe überall zu finden sind. Ihr Blick für Formen, Farben, Linien und Strukturen zeigt Motive jenseits des Offensichtlichen. Teilen Sie Ihre abstrakten Fotos mit uns, beim CEWE Photo Award 2027. In der neuen Kategorie „Die Welt in Abstrakt“ können Sie Ihre Aufnahmen teilen und sich die Chance auf einen von über 1.000 Preisen beim CEWE Photo Award sichern.
Wir wünschen viel Spaß beim Entdecken und Fotografieren.