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Fototipps

So geht’s: Fotografieren zur Blauen Stunde

Sie wollen spektakuläre Aufnahmen machen? Dann ist die Blaue Stunde Ihre Zeit – vor allem auf Reisen. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten müssen, außerdem verraten wir, wie die Profis fotografieren.

Wenn Sie atemberaubende Aufnahmen machen wollen, sollten Sie unbedingt eine bestimmte Tagesrandzeit im Auge behalten: die Blaue Stunde! Aber was ist die Blaue Stunde konkret und wie können Sie diese für eindrucksvolle und natürliche Fotos nutzen? In diesem Artikel geben wir Ihnen eine gute Basis an die Hand sowie den einen oder anderen Tipp, den Sie direkt mit Ihrer Kamera oder auch dem Smartphone umsetzen können.

Was ist die Blaue Stunde?

Die Blaue Stunde beschreibt die Zeit kurz vor Sonnenaufgang beziehungsweise kurz nach Sonnenuntergang. Wie der Name bereits vermuten lässt, färbt sich der Himmel in ein kühles, intensives Blau. Dies entsteht durch die Wechselwirkung der Ozonschicht mit dem flachen Winkel des Sonnenlichts unterhalb des Horizonts.

Wie lange dauert die blaue Stunde?

Das gesamte Naturphänomen dauert in unseren Breitengraden etwa 30 bis 50 Minuten. Gerade in den nördlichen Regionen ist die blaue Stunde im Sommer noch beeindruckender, da dieses einzigartige Lichtphänomen über Stunden hinweg zu beobachten ist. Übrigens entfaltet die Blaue Stunde an bewölkten Tagen zwar nicht ihre ganze Kraft, ist aber trotzdem noch die beste Zeit für viele Fotomotive.

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Das macht die Blaue Stunde aus

Fotografieren ist das Malen mit Licht – und zu kaum einer anderen Zeit wird das so deutlich wie zur Blauen Stunde. Denn während dieser kurzen Zeitspanne, nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang, gelingen uns mit Kamera oder Smartphone Fotos, die fast noch eindrucksvoller als die Realität sind. Wir erleben die perfekte Balance von natürlichem Restlicht im Himmel, der tiefblau erscheint, und künstlicher Beleuchtung zum Beispiel in der Stadt. Die Kamera “malt” mit buntem Pinsel, mit hohem Kontrast und komplementären Farben. Ein Fest für alle, die gerne Fotos machen.

Warum ist die Blaue Stunde fotografisch reizvoll?

Zur Blauen Stunde liegt nur scheinbar die ganze Aufmerksamkeit auf dem Himmel. Denn eigentlich ist es bei den allermeisten Aufnahmen die Wechselwirkung mit anderen Lichtquellen, die die Blaue Stunde so reizvoll macht. Das tiefe, intensive Blau des Himmels in Kombination mit den roten und gelblichen Farben der restlichen Sonne beziehungsweise der künstlichen Beleuchtungen sorgen für einen harmonischen Komplementärkontrast im Bild. Das weiche Licht der blauen Stunde erzeugt eine gleichmäßige Belichtung und einen geschmeidigen Kontrast. Diese magische Stimmung auf den Straßen macht die Blaue Stunde bei Fotografinnen und Fotografen so beliebt.

Die Kombination aus dem warmen Licht der künstlich beleuchteten Gebäude mit dem Blau im Himmel lässt Städte auf unseren Fotos fast noch schöner wirken als in Wirklichkeit.

Blaue Stunde: Darauf müssen Sie achten

Je weniger Licht, desto anspruchsvoller wird das Fotografieren. Aber selbst mit dem Smartphone oder der Kamera im Automatikmodus gelingen zur Blauen Stunde noch ordentliche Aufnahmen. Dazu verstärken die Geräte das vorhandene Licht, um noch ein ausreichend helles Bild zu produzieren – das geht etwas zu Lasten der Bildqualität (Stichwort: Bildrauschen).

Wie in vielen Situationen kann die passende Ausrüstung das Fotografieren deutlich verbessern. Bei geringem „Available Light“ bietet sich eine Langzeitbelichtung an – damit das Bild nicht zu dunkel wird und keine Details verloren gehen. Dazu benötigen Sie aber unbedingt ein Stativ, weil das Bild mit der Hand bei den nötigen langen Belichtungszeiten verwackeln würde.

Auch mit aktuellen Smartphones gelingen zur Blauen Stunde starke Aufnahmen. Für eine richtige Fototour mit Kamera sollten Sie Ersatz-Akkus und ein Stativ einpacken.

So machen’s die Profis: Kamera-Einstellungen für die Blaue Stunde

Um das bestmögliche Foto zur Blauen Stunde zu machen, passen Sie die Kamera-Einstellungen manuell den Lichtverhältnissen an.

Den korrekten ISO-Wert wählen

Als erstes widmen Sie sich der ISO-Einstellung. Dieser Wert bestimmt die Lichtempfindlichkeit des Kamerasensors. Diese sollte möglichst niedrig sein, bestenfalls Wert ISO 100, um störendes Rauschen im Bild zu vermeiden.

Das Objektiv und der Blendenwert

Verwenden Sie ein geeignetes Objektiv. Achten Sie bei zunehmender Dunkelheit auf die Lichtstärke Ihres Objektivs. Optimalerweise besitzt ihr Objektiv eine Lichtstärke zwischen f/1.4 und f/2.8, um in lichtarmen Situationen zufriedenstellende Ergebnisse zu liefern. Aber auch Objektiv mit einer geringen Lichtstärke ab Blende f/4.0 eignen sich noch sehr gut zum Fotografieren während der blauen Stunde.

Für eine höhere Schärfentiefe und einen Sterneneffekt bei Lichtquellen, stellen Sie eine geschlossene Blende ein (hohe Blendenzahl) – wie etwa f/11 bis f/16.

Die Belichtungszeit

Die Helligkeit des Bildes beeinflussen Sie nun mit der Belichtungszeit. Starten Sie am besten mit einem Wert von ein bis zwei Sekunden und korrigieren Sie, falls das Bild noch zu dunkel ist. Je mehr Sekunden die Belichtung dauert, desto mehr verschwimmen Bewegungen im Bild. So erzeugen Sie zum Beispiel die beliebten Lichtspuren fahrender Autos oder, wie hier im Bild, die fließende Bewegung von Fußgängern. Sollte das Bild trotz einer längeren Belichtungszeit noch zu dunkel sein, öffnen Sie die Blende etwas oder erhöhen Sie den ISO-Wert. Den Zusammenhang von Belichtungszeit, Blende und ISO-Wert erklären wir Ihnen in unserem Fototipp zur Belichtungszeit.

Die Blaue Stunde bietet viele kreative Möglichkeiten – hier vom Stativ aus mit langer Belichtungszeit fotografiert, um die Bewegung der Menschen unscharf einzufangen.

Nutzen Sie ein Stativ

Nutzen Sie ein Stativ für Fotos während der blauen Stunde. Gerade in den lichtärmeren Stunden kann ein Stativ den entscheidenden Unterschied machen. Achten Sie darauf, dass Sie ein zu Ihrer Ausrüstung passendes Stativ haben und dass Sie das gewünschte Motiv mittels Selbstauslöser oder Fernauslöser aufnehmen, um Verwacklungen zu vermeiden.

Fotografieren Sie im RAW-Format

Abschließend raten wir dazu, im RAW-Format zu fotografieren. Das unkomprimierte Rohdatenformat speichert die Bilder mit der größtmöglichen Informationsdichte ab. Zudem eröffnet Ihnen das RAW-Format beim Fotografieren während der blauen Stunde unzählige Möglichkeiten in der Nachbearbeitung. So gelingen beeindruckende Ergebnisse bei der Änderung von Weißabgleich und Helligkeitswerten.

Motivtipp: Spiegelungen zur Blauen Stunde fotografieren

Für ein starkes Bild reicht der blaue Himmel nicht unbedingt aus. Suchen Sie nach Spiegelungen, zum Beispiel im Wasser oder in Glasfassaden. Wenn sich nicht nur der Himmel, sondern auch die Lichter der Stadt spiegeln, bekommt die Aufnahme das gewisse Etwas. Allgemein sagt man ohnehin, dass die Blaue Stunde die beste Zeit für Fotos in der Stadt und von Skylines ist. Kombinieren Sie doch unsere Tipps zur Architekturfotografie mit einer Fotosession zur blauen Stunde. Die Ergebnisse werden sicherlich beeindruckend.

Warme Lichtreflexionen kommen während der Blauen Stunde besonders stark zur Geltung.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß und Erfolg beim Fotografieren. Vielleicht ist auch ein besonders gelungenes Foto mit dabei, dass Sie sich als Fotoleinwand an die Wand hängen möchten?

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