Eine einzigartige Farbenpracht
Im Interview berichtet Werner Gruber, Monatsgewinner des CEWE Photo Award 2027 in Österreich, wie sein Foto „Victoria-Kronentaube“ entstanden ist. Zudem gibt er einen Einblick in seine persönlichen fotografischen Highlights.
Stellen Sie sich bitte kurz als Fotograf vor
Fotografie ist schon immer meine Leidenschaft gewesen. Als Amateurfotograf habe ich die Freiheit, meine Kreativität auszuleben und meine eigene Sicht auf die Welt einzufangen. Noch immer bin ich für viele Genres der Fotografie offen. Ob es die Landschaftsfotografie auf Reisen, die Streetfotografie bei meinen Stadtspaziergängen, das Portraitshooting mit interessanten Persönlichkeiten oder eine geplante oder unverhoffte Begegnung mit Tieren ist, ich liebe die Faszination des Augenblicks. Derzeit absolviere ich einen Lehrgang für konzeptionelle künstlerische Fotografie. Diese neue Auseinandersetzung mit der Fotografie hat meinen kreativen Horizont nochmals auf eine neue Ebene erhoben.
Wo und wie ist das Foto entstanden?
Das Bild entstand im Mai 2025 im Leipziger Zoo. In einem überdachten Areal wurden dort Bedingungen eines subtropischen Regenwaldes geschaffen. Die Victoria Kronentaube stand plötzlich neben mir. Ich ging vorsichtig auf meine Knie und war praktisch auf Augenhöhe mit dem Tier. Der Vogel vertraute mir offenbar und posierte seelenruhig für diese wundervolle Portraitaufnahme.
Was bedeutet dieses Foto für Sie?
Dieses Foto bedeutet für mich, dass wunderbare Augenblicke überall und auch unerwartet entstehen können. Solche Augenblicke mit meiner Kamera festhalten zu können, ist meine fotografische Leidenschaft.
Was ist aus Ihrer Sicht bei diesem Foto besonders gut gelungen?
Dieses Foto lebt für mich in erster Linie durch die einzigartige Farbenpracht. Das Rot des Auges schafft einen wunderbaren komplementären Kontrast zum satten Blau des Gefieders. Die einzigartige Struktur des Federkleides, das bis ins Detail scharf abgebildet ist, gibt dem Bild noch eine zusätzliche besondere Note.
Was macht Ihrer Sicht ein Foto zum Siegerfoto?
In erster Linie soll ein Siegerfoto technisch einwandfrei umgesetzt sein. Zudem soll es den Betrachter in seinen Bann ziehen und Emotionen schaffen. Ein Foto kann auch Aufmerksamkeit erwecken, wenn es „beyond the mainstream“ liegt, also aus der Masse von sich immer wiederholenden Motiven, heraussticht.
Wie haben Sie über den CEWE Photo Award erfahren und ist es Ihre erste Teilnahme?
Als ÖVF-Mitglied bin ich immer wieder mit CEWE-Produkten konfrontiert und habe schon einige Bilder über CEWE drucken lassen. Über die Homepage habe ich vom CEWE Photo Award erfahren und als Neugier einige Bilder eingesandt. Es ist meine erste Teilnahme!
Wie sind Sie zur Fotografie gekommen?
Seit meiner Kindheit bin ich von der Fotografie fasziniert. Die Möglichkeit, Momente und Erinnerungen in Bildern festzuhalten, hat mich schon immer begeistert. Als ich im Bücherschrank meines Großvaters ein Buch über die Fotografie entdeckte, war meine Leidenschaft entfacht. Von meinem ersten selbstverdienten Geld kaufte ich mir eine kleine Minolta (damals noch mit Blitzwürfel) und ging damit auf spannende Entdeckungsreisen.
Teilen Sie bitte mit uns Ihre TOP 5 schönsten Momente im Bezug auf Fotografie.
Ein Top-Moment war sicherlich die Begegnung mit der Viktoria-Kronentaube, die so unverhofft neben mir auftauchte und mir diesen tollen Shot ermöglichte.
Zu den schönsten Momenten zählte auch meine Reise in den Oman, wo ich im sogenannten „Lost Quarter“ faszinierende Aufnahmen von Sanddünen machen konnte.
Ein unvergessliches Erlebnis war meine erste Teilnahme bei den Salzburger Foto-Landesmeisterschaften, wo ich auf Anhieb den Vizemeistertitel in der Menschenfotografie erringen konnte und Gesamt-Dritter wurde.
Derzeit beschäftigt mich ein **Projekt über Heels Dance **und eine faszinierende Tänzerin aus der Ukraine. Mit dieser beeindruckenden Frau konnte ich bereits tolle Fotoideen umsetzen. Es ist gerade ein Fotobuch mit einer Reportage über diese Künstlerin und ihr einzigartiges Tanzprojekt im Entstehen.
Mein absoluter Topmoment war sicherlich der Beginn der Ausbildung zur konzeptionellen künstlerischen Fotografie, weil sich damit in meiner fotografischen Reise ein Quantensprung auftat.
Was sind Ihre Tipps für andere Hobby-Fotografen?
Mein wichtigster Tipp für Hobby-FotografInnen ist sicher, dass nicht die Technik das Wichtigste in der Fotografie ist, sondern der Spaß, die Leidenschaft und die Neugier darauf, immer wieder Neues zu entdecken und offen zu sein für die Faszination des Augenblicks.
Sind Sie Mitglied in einem Fotoverein oder auf Social Media aktiv?
Seit drei Jahren bin ich Mitglied im Fotoklub Munderfing und gestalte da die Homepage für den kleinen Verein – www.fotoklubmunderfing.at
Ich bin auf Facebook und Instagram aktiv! Meinen Instagram-Account findet man unter: @werner_1618